| Gesellschaftsverteilung der SM-Neigung Zuerst einmal sei gesagt, dass die Verbreitung des SM unabhängig vom Alter, der Geschlechter oder der sexuellen Orientierung ist. Der Frauenanteil liegt jedoch merklich höher, als bei den meisten anderen ehemals als Paraphilie eingeordneten Verhaltensweisen. Oftmals überlagern sich auch andere sexuelle Praktiken mit dem SM, wie beispielsweise der Fetischismus.Sexuelle Praktiken aus dem Bereich des SM können auch keinesfalls vervollständigt werden, da der SM-Bereich sehr weit gefächert ist und der Phantasie ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt sind. Deshalb sind auch immer Abwandlungen, Kombinationen oder neue Varianten des SM möglich, so wie es der Einfallsreichtum der SM-Praktizierenden eben zulässt.
Durchgeführte Studien an Studenten über ihre sexuellen Gewohnheiten ergaben dabei, dass 15 Prozent der bekennenden homosexuellen Studenten, 21 Prozent der bekennenden lesbischen und bisexuellen Studentinnen sowie elf Prozent der heterosexuellen Studenten und neun Prozent der heterosexuellen Studentinnen schon SM-Phantasien hegen.
Insgesamt gaben um die sechs Prozent aller Befragten bereits praktische Erfahrung mit SM an. In der Gruppe der bekennenden bisexuellen und lesbischen Frauen lag die Quote mit 21 Prozent jedoch erheblich höher.
In einer weiteren Untersuchung gaben rund zwei Drittel der interviewten Frauen an, ihrem Sexualpartner zeitweise ausgeliefert sein zu wollen und 69 Prozent bejahten Phantasien, die sexuelle Unterwerfung zum Inhalt haben. 42 Prozent zeigen Intersse an expliziten BDSM-Praktiken und 25 Prozent an Bondage.
SM-er in unserer Gesellschaft
Die Menschen, die SM betreiben, sehen sich selbst als "ganz normale Menschen", mit einer gewissen Eigenart bezogen auf ihre Sexualität. In unserer Gesellschaft sind sie jedoch eine sexuelle Minderheit. Daher ist auch nicht bekannt, wie viele SM-Anhänger es tatsächlich gibt. Denn oft schämen sich die Betroffenen für ihre Neigung, da SM und die damit verbundenen Praktiken nur allzu häufig noch als krank bezeichnet werden. Die "Dunkelziffer" der SM-Anhänger ist deshalb hoch und wird zwischen fünf und 25 Prozent der Bevölkerung geschätzt. Demnach sollte auch die Zahl der Menschen, die nur SM-Phantasien haben, noch deutlich höher sein.
Der Diagnostik zufolge lässt sich hierzu aber noch sagen, dass etwa 85 Prozent der SM-Betreiber heterosexuell sind.
Viele SM-er trauen sich einfach nicht, in der Öffentlichkeit über ihre sexuelle Neigung zu sprechen, weil sie die gesellschaftliche Ausgrenzung fürchten, da das Unverständnis für SM noch immer groß ist.
SM-er haben es deswegen oft auch schwer, einen geeigneteten Partner zu finden, mit dem sie ihre Phantasien ausleben können. Zwischenzeitlich gründeten sich jedoch Vereine, welche die Kontaktaufnahme zu Gleichgesinnten vereinfachen. Desweiteren gibt es mittlerweile auch bekannte Veranstaltungen, die teils öffentlich, teils aber auch privat organisiert werden. Das Rotlichtmilieu bietet diesbezüglich ebenfalls schon weit verbreitete sichere Anlaufstellen für Liebhaber des SM an. Hier findet der SM-Anhänger dann, einges für solche Szenarien eingerichtete, gut bestückte Zimmer, in denen er seine Träume ausleben kann. Mit der Zeit wird dem Verbraucher so auch die Berührungsangst genommen.
Bevorzugte Praktiken und Fetische
Laut einer Befragung von 317.000 Personen in 41 Ländern verwendeten bereits rund 20 Prozent der weltweit Befragten schon einmal Masken, Augenbinden, Handschellen oder sonstige Utensilien. Fünf Prozent bekannten sich dabei ausdrücklich zu Sadomasochismus.
Weiteren Studien zufolge, stehen ca. 60 Prozent der befragten SM-Anhänger auf Fesselspiele und 66 Prozent praktizieren die Variante des Auspeitschen. 27 Prozent, und somit deutlich weniger, bevorzugen das Arbeiten mit Folterwerkzeugen. Hierbei benutzen immerhin noch sieben Prozent glühende Gegenstände, die zu Verbrennungen führen. Sechs Prozent arbeiten mit Nadeln und noch stattliche vier Prozent mit Rasierklingen.
Zusätzlich besteht bei der Hälfte der Befragten noch ein Fetisch für Leder. Zwölf Prozent davon bevorzugen Objekte aus Gummi. Zehn Prozent stehen auf Urophilie, also dem Umgang mit Urin und fünf Prozent auf Koprophilie, dem Umgang mit Kot.
Bemerkenswert ist dabei, dass jedoch zwei Drittel der Befragten einen hohen Bildungsstand haben. Sie sind entweder Akademiker oder leitende Angestellte. Tatsächlich sind die meisten SM-Anhänger auch aufgeschlossene und sympathische Menschen, die normalen Berufen nachgehen und meist noch eine hohe berufliche Position einnehmen.
Ergänzung
Zum Gay-SM sei noch gesagt, dass es hier, im Vergleich zu Hetero-SM, wesentlich weniger Sados gibt.
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